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Jugendliche Helfer für ihr Engagagement im Möbellager ausgezeichnet

Auszeichnung für engagierte Jugendliche
Diakonie und Evangelische Jugend verleihen landesweiten MachMit!Award 2017

Die Gewinner des baden-württembergischen Jugenddiakoniepreises 2017 sind am 24. September 2017 beim Reformationsfestival auf dem Stuttgarter Schlossplatz mit dem MachMit!Award 2017 ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich vom Diakonischen Werk Württemberg und der Evangelischen Jugend in Baden und Württemberg in Zusammenarbeit mit den Zieglerschen für das soziale Engagement junger Menschen vergeben.

2017_09_23_MachMit!Award_Omar Rezhwan_Omar Rabar_Salih Sarkan_Kathrin Vasas
Den Sonderpreis zum Thema Armut erhielten die jungen Helfer des Ehinger Freundeskreises für Migranten, selbst Flüchtlinge, die ehrenamtlich im Möbellager tätig sind, und die Friseur-Auszubildenden aus Weinheim für ihr Projekt „Haarschnitt für Kopf & Seele" für wohnungslose Menschen.


Omar Rezhwan, Omar Rabar und Salih Sarkan helfen Kathrin Vasas als ehrenamtliche Helfer beim Möbellager des Ehinger Freundeskreises für Migranten. Die jungen Männer, die selbst Fluchterfahrung haben, fahren mit einem ehrenamtlichen Fahrer zu Spendern, bauen die Möbel dort ab und verladen sie. Wenn jemand beim Möbellager günstige Dinge kauft, aber keine Transportmöglichkeit hat, so bringen sie die Möbel zu den Kunden und bauen sie dort auch auf.

Das Geld, das der Verein dadurch erwirtschaftet, fließt in die Schülerförderung. Damit möchten die Jugendlichen etwas zurückgeben, was sie selbst als Hilfe empfangen haben.

Kathrin Vasas, verantwortlich für das Möbellager des Freundeskreises für Migranten, sagt: „Ohne meine Jungs könnten wir nicht so viel bewirken. Manchmal wäre ich ohne sie richtig aufgeschmissen!"

Die Stadt Ehingen unterstützt das Projekt „Möbellager", indem sie die Räume im Gebäude Hauptstraße 89 zu einem symbolischen Mietpreis zur Verfügung stellt.

Für einen Einkauf im Möbellager benötigt man keinen Berechtigungsschein - einfach kommen und reinschauen! Die Öffnungszeiten sind dienstags und freitags von 11 bis 17 Uhr.

Für die Ehinger war die Preisverleihung ein außergewöhnliches Erlebnis, nicht nur wegen der öffentlichen Auszeichnung, sondern auch wegen der Begegnungen mit den anderen Preisträgern und den vielen Anregungen zu weiterem Engagement. "Es ist toll zu sehen, was andere bewegen", meinten sie.


Der erste Preis in der Altersstufe 13 bis 17 Jahre ging an die Namaste Nepal AG der Realschule Buchen. Bei den 18- bis 27-Jährigen freuten sich die Jugendlichen des integrativen Band- Projektes „the cool chickpeas" aus Backnang über den ersten Preis.
Die Schülerinnen und Schüler der Namaste Nepal AG aus der Realschule Buchen, die gemeinsam mit ihrer Partnerschule in Freiberg eine Schüler-AG aufgebaut haben, unterstützen Bergbauern in Nepal. Die Partnerschule in Freiberg importiert grüne Kaffeebohnen direkt von dort, diese werden in Miltenberg und in der Schule weiter verarbeitet, um sie unter eigener Marke zu verkaufen. Der Erlös dafür geht zurück an die Bergbauern in Nepal. Mit dem Geld wird aktuell eine erdbebensichere Schule in Sotang/ Nepal gebaut. Die Schüler entscheiden gemeinsam mit den Bauern via Skype, wie die Gelder eingesetzt werden. Seit Anfang 2017 wird ehrenamtlich ein eigener „Nepal-Laden" an der Schule in Buchen betrieben.
„The cool chickpeas" ist eine integrative Band aus Backnang, in der Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam Musik machen. Sie wurden vom Forum für Teilhabe der Lebenshilfe Rems-Murr e.V. gegründet und hatten bereits zahlreiche Auftritte und Kooperationen mit Musikschulen. Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung kommen durch dieses Projekt eng miteinander in Berührung.
Die Schülerinnen und Schüler des Seminarkurses „Lernen durch Engagement" des St.- Michael-Gymnasiums Schwäbisch Hall haben sich in Altenheim, Kindergarten, Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Flüchtlingsarbeit engagiert, indem sie beispielsweise Nachhilfeunterricht für geflüchtete Kinder gaben, ein gemeinsames Fotoprojekt mit Mädchen mit Behinderungen organisierten oder das Zimmer eines Pflegheimbewohners demenzgerecht umgestalteten. Diese Erfahrungen haben sie in einer wissenschaftlichen Seminararbeit aufgearbeitet. Dafür belegten sie den zweiten Platz in der Kategorie 13 bis 17 Jahre.
Den zweiten Preis bei den 18- bis 27-Jährigen gewinnt die Jugendgruppe VBarz aus Villingen-Schwenningen. Die fünf jungen Männer verwirklichten ihren Wunsch nach einem Street Workout Park, einem Fitnesspark, der auf dem Gelände des Jugendtreffs Chilly angesiedelt ist. Mit Unterstützung von Sponsoren und weiteren Akteuren der Stadt, die die Gruppe selbst organisiert haben, wurde die Realisierung des Parks möglich. Die jungen Männer entwarfen den Park mit der Herstellerfirma und halfen beim Aufbau der Geräte einer Baufirma mit. Seit der Eröffnung des Street Workout Parks VS steht dieser täglich bis 22 Uhr und ab 14 Jahren der breiten Öffentlichkeit für Trainingseinheiten kostenfrei zur Verfügung.
Emil Matschiner und Laurenz Thaler (beide 13 Jahre) gestalten mit ihrem Projekt „Eselsbrücken international" einmal wöchentlich gemeinsame Aktionen mit Flüchtlingskindern. Beim Kennenlernen des Aufwindhofs Aalen e.V. und Schnupperterminen mit Flüchtlingskindern entstand die Idee, sich einzubringen. Es entstanden erste Aktionen, die Emil und Laurenz mit- und später selbst gestalteten: Wanderungen mit den Tieren, das Vorbereiten des Tricktrainings oder die Planung gemeinsamer Auftritte. In Vorbereitung sind der Aufbau einer Hausaufgabenhilfe und Auftritte in sozialen Einrichtungen. Der dritte Preis in der Kategorie 13 bis 17 Jahre des MachMit!Award 2017 an die beiden Jugendlichen aus Aalen.
Die 18-jährige Lisa Schnotz aus Villingen-Schwenningen engagiert sich seit zwei Jahren in der ehrenamtlichen Arbeit mit geflüchteten Kindern und deren Familien. So macht sie Hausaufgabenbetreuung, unterstützt Familien bei behördlichen Schreiben, hilft Ihnen bei der Suche nach Sportvereinen oder macht mit ihnen Ausflüge in die Umgebung. Sie bekam den dritten Preis beim MachMit!Award 2017 in der Alterskategorie 18 bis 27 Jahre.
Mit dem Jugenddiakoniepreis ehren Diakonie und Evangelische Jugend soziales Engagement junger Menschen in Baden-Württemberg. Insgesamt ist der MachMit!Award 2017 mit Preisgeldern in Höhe von 9.000. Euro dotiert. Eine Jury – unter anderem mit Regina Beck von SWR und Professor Dr. Paul- Stefan Roß von der Dualen Hochschule in Stuttgart sowie weiteren Vertretern aus Medien, Diakonie und jungen Freiwilligen – haben über die Gewinner entschieden. Unterstützt wird der Preis von der Stiftung Diakonie Württemberg und den Zieglerschen.
Landesbischof Frank Otfried July und Oberkirchenrat Dieter Kaufmann übergaben die Urkunden gemeinsam. „Sie alle haben ihr Herz geöffnet und sich auf den Weg gemacht zu anderen – ein tolles Zeichen!", würdigte Kaufmann das Engagement. Auch July lobte: „Jugendliche setzen sich für andere ein, was gibt es Schöneres." Moderator Heiko Bräuning von den Zieglerschen sagte den jungen Menschen, dass sie mit ihren Projekten die Welt bewegen und „ein bisschen besser machen". Die badische Landesjugendpfarrerin Ulrike Bruinings ist „begeistert von den Ideen und dem Engagement der jungen Menschen, sich für ein gutes Zusammenleben in unserer Gesellschaft einzusetzen". Für Cornelius Kuttler, Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg, gehört das diakonische Anliegen untrennbar zum Evangelium von Jesus Christus. „Vieler unserer Angebote wie die Workcamps des EJW-Weltdienstes machen diakonisches Miteinander konkret erfahrbar."


Das Diakonische Werk Württemberg
Das Diakonische Werk Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist ein selbstständiges Werk und der soziale Dienst der Evangelischen Landeskirche und der Freikirchen. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes unterstützt der Wohlfahrtsverband im Auftrag des Staates hilfebedürftige Menschen. Das griechische Wort „Diakonia" bedeutet „Dienst". Die Diakonie in Württemberg ist ein Dachverband für 1.200 Einrichtungen mit 40.000 hauptamtlichen und 35.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie begleiten Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderungen, alte und pflegebedürftige Menschen, Arbeitslose, Wohnungslose, Überschuldete und andere Arme, Suchtkranke, Migranten und Flüchtlinge sowie Mädchen und Frauen in Not. Täglich erreicht die württembergische Diakonie über 200.000 Menschen. Das Diakonische Werk Württemberg ist ebenfalls Landesstelle der Internationalen Diakonie, Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe und Hoffnung für Osteuropa.

u.helldorff 27.09.2017

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